Referenzpunkt
(behutsam)
Ein geeigneter Referenzpunkt ist ihr Gelenk am Mittelfinger. Die anderen sind etwas schwieriger, weil sie wegen ihrer Größe weniger Übungsfläche bieten, öfter mit Schmuck beladen sind oder so gehalten werden, dass sie nicht so leicht zu erreichen sind. Nun die Fingerkuppe ein wenig anheben bis gerade auf die Höhe, in der auf dem Fingerrücken die feinen Härchen enden. Noch besser wäre es ein ganz klein wenig höher, wo gerade noch ihre Wärme spürbar sein könnte. Auf dieser Höhe nun versuchen, in Richtung ihres Handrücken zu gelangen.

Das nun mehrmals probieren bis gewiss ist, dass die eigene Fingerkuppe weiss, wie sie sich zu verhalten hat. Oben auf ihrem Finger sind die meisten Härchen. Zu den Seiten hin wird es schwieriger und damit interessanter. Ob es richtig ist, was probiert wird, wird unmerklich deutlich werden - und zwar an ihren Oberarmen, ihren Waden oder ihrem Nacken. Doch dazu später.

Den Referenzpunkt darf angetippt werden. Dann wird schnell spürbar, ob das weitere Ansinnen überhaupt auf ihr Wohlgefallen stößt oder doch zumindest billigend hingenommen wird. Wenn das so sein sollte, sind die wenigen Zentimeter auf ihrem Fingerrücken ein erstes und ausreichendes Übungsfeld. Es geht nicht darum, die Übungsfelder möglichst alle und möglichst schnell zu bewältigen. Neben unangemessenem Eifer sind kalte Hände, Schwielen, spitze Fingernägel oder andere Ungeschicklichkeiten der Chance zu einem angenehmen Beginn abträglich. Gelungen ist es, wenn die Fingerkuppe so gerade eben noch spürt, so gerade eben noch in der Nähe von ihr zu sein.

Ihre Knöchel, jene, wo abgezählt wird, wieviel Tage die Monate haben, sind eine Hürde. Die könnte zügig genommen werden - aber dann ginge es auf der anderen Seite allzu schnell hinunter in fremde Gefilde. Natürlich wären auch mehrere Versuche denkbar, auf ihrem Finger sanft Anlauf nehmen um dann hinaufzugleiten. Aber wer hat es eilig?

Zwischen den Hügeln liegen Täler, die den Weg erleichtern könnten. Manche Hügel sind höher, über dem kleinen Finger meist niedrig. Hügel und Täler können vorsichtig erforscht werden. Wenn sie gar nicht mag, ist jetzt das Ende kurzerhand erreicht. Sonst - und fast immer ist 'sonst' - ist langerhand ihr Handrücken zu überwinden.

Geeignet ist nun auch die Außenseite des Daumens. Damit gelingt es mit mehr Kontakt - die Seite ist halt größer als die Fingerkuppe. Oder ihre Hand zwischen Daumen und Mittelfinger nehmen und damit die Seiten der Mittelhand fast berühren - beginnend auf der Höhe ihrer Knöchel und viel später in der Nähe ihres Handgelenkes ankommend. Unten, auf der Seite ihres kleinen Fingers, kurz vor ihrem Handgelenk ist schon mal eine gute Stelle. Die Suche danach lohnt sich.

Nun wird es ein wenig schwierig. Ob die Härchen auf der Aussenseite ihres Unterarms intensiver wirken sind als die zarte Haut auf der Innenseite ihrer Arme? Die Hände sollten inzwischen angewärmt sein und sicher dürfen sich auch mehrere Fingerspitzen spürbar machen. An der Innenseite ihres Unterarms beginnend, langsam und vorsichtig in Richtung Armbeuge. Dort angekommen, wenig weiter, auf die andere Seite hinüber. Die Finger geschlossen, die Hand leicht gebeugt ihrem Unterarm umfassend, sanft, vorsichtig in Richtung ihres Handgelenkes zurück.

Spätestens jetzt ist das 'später' von vorhin eingetreten. Was das 'später' ist? Keine Ahnung. Da gibt es keine Regel. Und das ist auch gut so. Sie mag es oder sie mag es nicht. Wenn nicht, dann kann es nur einen Rückzug geben - sanft und zügig. Denn wenn sie es sich noch anders überlegt, hätte sie Gelegenheit dazu; ansonsten gab es nichts, wo irgendwelche Grenzen hätten überschritten werden können.

Krabbeln ist gut. Ihren Unterarm hinaufkrabbeln, die Armbeuge überwinden und den Oberarm erobern. Das ist eine andere Geschichte.

  Impressum   AAA   XXX
   Textzeilen kürzer länger